Donnerstag, 3. April 2025

01./02./03.04.2025 Mindoro, Manila, Schweiz

01.04. Die Nervosität vor der Abreise lässt auch nach so vielen Jahren nicht nach. Schon früh am Morgen bin ich in Gedanken meine sieben Sachen durchgegangen, habe zum gefühlten hundertsten Mal alle Schubladen kontrolliert und war viel zu früh auf die Abreise vorbereitet. Es reichte lange noch für einen Kaffee im Restaurant am Pool. Da ich bereits am Vortag alles Finanzielle mit dem Resort geklärt hatte, musste ich nur noch meinen Schlüssel abgeben und der Bootsjunge trug mir zum Abschluss noch meine schwere Tauchtasche zum Tuktuk. Mit einer Reserve von fast 2 Stunden kam ich am Fährterminal an, gönnte mir noch einmal einen Kaffee, bevor ich meine 16 Cent Hafengebühr bezahlte und mich auf den Weg zur Fähre machte.







Nach eineinhalb Stunden stieg ich direkt in den im Voraus gebuchten Bus, der mich nach weiteren drei Stunden mitten in Manila auf die Strasse entliess. Da ich schon schlechte Erfahrungen gemacht habe, leistete ich mir ein Taxi zu meinem Hotel.

Am Abend machte ich noch einen kleinen Rundgang durch das Bankenviertel, das im Vergleich zu anderen Teilen Manilas recht sauber ist, gönnte mir noch einen Teller „Lumpia Shanghai“ (Frühlingsrollen) und begab mich recht früh zurück ins Hotel.





02.04. Den letzten Tag in Manila verbrachte ich, nachdem ich mich im Hotel ausgecheckt und mein Gepäck eingelagert hatte, schwitzend, durch die Strassen schlendernd und sitzend im kühlen Einkaufszentrum der „SM Mall“. Auch so kam der Abend recht früh und es war Zeit, meine letzten Kilometer in Manila mit dem Taxi in Richtung Flughafen zurückzulegen. Ab jetzt hiess es nur noch Warten und Sitzen, bis ich wieder Schweizer Boden unter den Füssen hatte.





03.04 Wieder wohlbehalten in der Schweiz angekommen, sitze ich nun im Zug Richtung Bern. Mit einem riesigen Sack voller neuer Eindrücke und Erlebnisse dieser langen Reise.

Dankbar, dass ich diese sechs Wochen ohne Unfall oder gesundheitliche Probleme erleben durfte, trete ich nun den Rest der Heimreise an. Die Erinnerungen werden noch lange nachhallen und ein Teil der Eindrücke und Bilder werden mich sicher bis an mein Lebensende begleiten.

Die Zukunft wird zeigen, wo im nächsten Jahr die Nadel auf der Weltkarte stecken bleibt.  

Montag, 31. März 2025

30./31.03.2025 DRY DAY

Das Wetter hat gestern leider zu wünschen übrig gelassen und so sind alle meine Tagespläne im Sand versickert. Bei einem Tropenregen ist es auch unmöglich, die Tauchausrüstung auch nur annähernd zu trocknen, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als mein Zimmer mit einem 6 Wochen alten, durchgeschwitzten Neoprenanzug und der Klimaanlage im Zimmer zu trocknen. Der Geruch erinnerte mich stark an die alten Eishockeykabinen am Ende der Saison. Den Tag verbrachte ich dann lesend auf meinem Balkon und Billard spielend in der Poolbar. Sogar ein erster Sprung in den Pool, und das nach vier Wochen, war an diesem regnerischen Tag noch möglich.

Heute hatten sich die Regenwolken zum Glück verzogen und ich konnte meinen letzten Tag auf der Insel mit einem gemieteten Motorrad geniessen. Schon vor neun Uhr war ich Richtung Zentrum aufgebrochen, für ganze acht Franken hatte ich mir für heute ein Motorrad gemietet. Die Bürokratie schien heute etwas grösser zu sein. Neben der mündlichen Mitteilung meines Vornamens musste ich heute sogar sagen, in welchem Hotel ich wohne. Das reichte dann für die Fahrgenehmigung. Mit einem fast schon luxuriösen Gefährt und einem antiquierten Helm machte ich mich auf, die Insel zu erkunden. Die ersten sechs Kilometer, bis zur „Nationalsttrasse“, liessen aufgrund der Strassenverhältnisse nur eine Geschwindigkeit von max. 20Kmh zu. An der Hauptstrasse angekommen, konnte ich die Geschwindigkeit auf gerader Strecke fast verdoppeln, wenn nicht gerade einer der tausenden Verkaufsstände am Straßenrand den Weg versperrte. 
Ich besuchte einen wunderschönen Markt, der eine Fortschrittliche Aufteilung von Fleisch, Fisch und Gemüse aufwies und sogar am Eingang die Preise der einzelnen Produkte angeschrieben hatte.








Nach ca. einer Stunde gönnte ich meinem Hintern, der von dem Kunststoff-Sattel schon durchgescheuert war, eine Pause und legt einen Boxenstop bei „Ginas Hillstop“ ein. Neben meinem Wasser durfte ich auch von ihrem selbst gemachten Saft aus einer Art tropischen Kürbis, Das nach dem verkochen an der Sonne eingetrocknet und anschliessend ausgepresst wurde, versuchen. Dieses Gebräu soll jedenfalls den Blutzucker senken und verspricht ein langes Leben, dass Sie mir anhand Ihrer 90 jährigen Mutter auch gleich bewies. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, dass ich auf dem Rückweg für ein Essen wieder vorbeikommen werde.





Frisch gestärkt und mit besten Blutwerten fuhr ich weiter zu den Tamaraw-Wasserfällen, einer Touristenattraktion der Insel. Eingebettet in einen üppigen Dschungel stürzt das Wasser wie überall auf den Philippinen über die Felsen.






Mit einer Cola Light und der Hand auf einem Stein sitzend genoss ich die durch den Wassernebel angenehm kühle und angenehme Luft, bevor ich mich wieder auf den Weg zur Küste und zurück zu „Ginas Hillstop“ aufbrach. An meinem letzten Tag liess ich noch einmal alle Eindrücke des Urwaldes und die einzigartigen Blicke auf das Meer auf mich wirken. 





Wie versprochen kehrte ich etwas verspätet zum Mittagessen bei Gina ein, bestellte mir einen „Pancit Kanton“ und durfte ihr bei der Zubereitung über die Schulter schauen. Gina, die eigentlich Roevilla heisst, erklärte mir jeden Schritt der Zubereitung genau, was für mich sehr lehrreich war. Bis auf die Erklärung, welches Fleisch sie verwendet, auf die ich gerne verzichtet hätte, fand ich alle Zutaten sehr lecker. Jedenfalls stand kurze Zeit später ein fertiges Menü vor mir auf dem Tisch, das bis auf die Hühnerleber vorzüglich schmeckte. 










Mit einem Selfie und dem Versprechen, es ihr auch per Messenger zu schicken, verabschiedete ich mich und machte mich auf den Heimweg. Dieser unterbrach ich nur noch für einen Cappuccino bei einem Italiener, den ich bei meinem letzten Ausflug gefunden hatte.
Nachdem ich das Motorrad abgegeben hatte, machte ich mich an die Abreisevorbereitungen, bezahlte die restlichen Tauchgänge und packte meine sieben Sachen, damit ich meinen letzten Abend noch in vollen Zügen geniessen kann. 

Samstag, 29. März 2025

28./29.03.2025 OFF and ON

Über den gestrigen Tag gibt es nicht viel zu schreiben. Wie gewohnt bin ich morgens um 7.30 Uhr aufgestanden und habe mich vor dem Kaffee für den heutigen Tauchtag ausgetragen. Die Ohren fühlten sich nach fast 60 Tauchgängen grenzwertig an und auch der Magen versprach lange „Sitzungen“.

Ich präparierte meine Ohren mit einer Salbe und zog mich für den Vormittag auf meinen Balkon zurück, den ich abwechselnd mit dem „stillen Örtchen“ teilte.
Den Nachmittag und Abend verbrachte ich dann mit Billardspielen in der hoteleigenen Poolbar. Besser spielen kann ich noch nicht, aber die Regeln verstehe ich jetzt.








Heute war es dann wieder soweit und ich habe mich auf das Tauchen vorbereitet. Zu einem Australier und einem Chinesen gesellten sich noch zwei Finnen, die aber auch nicht erst gestern tauchen gelernt haben und so konnten wir in zwei Stärkegruppen einen gemütlichen Tauchgang an der Sindigan Wall machen. Leider war die Sicht durch den starken Seegang, der bis über 12 Meter noch deutlich zu spüren war, beeinträchtigt, was eine gute Fernsicht verhinderte.








Für den zweiten Tauchgang, der auch mein letzter für diesen Urlaub war, wollte ich noch einmal den Abschnitt des Hausriffes betauchen, der mit den meisten Weich- und Hartkorallen bewachsen ist. Die Dugan Wand. Fast wehmütig glitt ich in grossem Abstand zur Gruppe durch das Riff, versuchte noch so viele Eindrücke wie möglich in mich aufzunehmen und schloss mich erst nach einer Stunde wieder der Gruppe zum Auftauchen an.

















Nach einem letzten Mahl, die Fotos zu bearbeiten, meine Tauchausrüstung vom Salzwasser zu befreien und die besten Plätze zum Trocknen in der feuchten Tropenluft zu suchen, war ich bereit, meinen leeren Magen mit einem Adobo Pork (Schweinsgeschnetzeltes und Gemüse in Sojasauce gekocht, mit Reis) zu füllen. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem Spaziergang an der Beach Front und einer ausgiebigen Siesta auf dem Balkon.

Jetzt werde ich noch versuchen, meine gestern erlernten Billardkünste beim Killergame an der Poolbar unter Beweis zu stellen.