Sonntag, 22. März 2026

21.03.2026 Druckausgleich

Gespannt wie ein Pfeilenbogen erwachte ich um 6 Uhr und versuchte zuerst einmal, ob der Druckausgleich nun wirklich auch funktionierte.

Die tat es und so konnte ich freudig aufstehen, meine sieben Sachen packen und noch auf der Hotelterrasse einen Pulverkaffee geniessen, bevor ich zur Basis fuhr.
Dort wurde ich von einem neuen Guide erwartet, der mir meine Mittaucher, eine Französin und einen Koreaner vorstellte. Mir war eigentlich alles egal, ich wollte lediglich ins Wasser, um die Bestätigung zu erhalten, dass der Druckausgleich nun auch wieder auf Tiefen unter 20 Metern funktioniert.
Ich klärte den Guide auf und versicherte ihm, dass er nicht auf mich zu schauen hat und dass ich mein eigenes Ding machen werde.
Das Material einmal zusammengebaut, ging es auch schon ins Wasser. Der Einstieg über das Riffdach mit seinen glitschigen und spitzen Steinen, von Korallen kann man da nicht mehr sprechen, war wie immer eine Tortur und ich liess mich schon bei Hüfthohem Wasser fallen und brachte die Strecke bis zum abtauchen schwimmend hinter mich.
Gespannt tauchte ich ab und bei jeder Tiefenzunahme von einem Meter machte ich den Druckausgleich, der wieder richtig gut funktionierte. Mit gewonnenem Selbstvertrauen genoss ich den Tauchgang durch das Riff mit den vielen Tauchern und den Schnorchlern über uns bis zum Sardinenschwarm und wieder zurück. Nach einer Stunde tauchte ich sichtlich erleichtert wieder auf, schwamm ans Ufer und liess mich sogleich für den morgigen Tag für beide Tauchgänge eintragen.












Zurück im Hotel pflegte ich meine Ohren minutiös mit Salbe von aussen und Medikamenten von innen, legte mich noch für eine Weile hin, bis mich der Hunger in Richtung eines Restaurants trieb, um etwas zwischen die Zähne zu kriegen. Ich entschied mich für Toast belegt mit Ei und Salat, was mich ein Vermögen kostete. Ich bezahlte dafür inkl. Cola 600 Peso. Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittslohn eines Philippiners gerade mal 500 Peso ist, erachte ich diesen Preis schon als Abzocke. Geschmeckt hat es aber.
Den Rest des Nachmittags liess ich es mir auf der Terrasse des Hotels gut gehen, buchte für den Abend noch eine Massage und kam so wieder einmal erst um 8 Uhr zum Nachtessen, was ich in einem einheimischen Strandrestaurant zu mir nahm und mir zur Feier des Tages einen schönen Fisch auf dem Grill gönnte.





Bereits um 10 Uhr verzog ich mich in mein Zimmer, puhlte die letzten Schuppen und Gräten aus meinem Mund und freute mich auf den morgigen Tauchtag.

Samstag, 21. März 2026

20.03.2026 Basak Falls

Die Therapie zeigte bereits am Morgen ihre ersten Resultate. Seit langem wieder eine Nacht ohne das ständige Aufsitzen zum Husten und schnäuzten erwachte ich um acht Uhr in der Früh.
Früh genug, um noch das Licht einzuschalten, das dann auch gleich wieder infolge eines Stromausfalls weg war. Somit machte ich „Tagwach“ mit den Vorhängen und wartete darauf, dass der Strom wie hier üblich nach ein paar Sekunden wieder kam. Dem war nicht so. Meine Recherche ergab, dass das ganze Quartier stromlos ist und das dies angeblich bis Mittag so bleiben wird.

An ein Kaffee war somit auch nicht zu denken. So lud ich meinen Koffeinspeicher mit einer Cola Zero auf und machte mich daran, auf der Karte einen weiteren Ausflug ins Landesinnere zu finden.
Die Basak Falls, einen Wasserfall, den ich weder schon einmal besucht noch gesehen habe, wurde auserkoren und ich machte mich fertig für einen weiteren Tag auf dem Motorrad.
Bei meiner ersten Station, dem Tanken, stellte ich dann unmissverständlich fest, dass die Auswirkungen des Irankrieges nun auch auf den Philippinen angekommen waren. Habe ich noch vor einem Monat für einen Liter Benzin 59 Cent bezahlt, waren es nun schon 91 Cent.
Die Weiterfahrt nach Badian, die ich im Fluss der vielen Motorräder und mit einer Geschwindigkeit, die 30 kmh nie überschritt, gestaltete sich schon fast als Routine, lediglich das Hupen für alles und nichts hat sich bei mir gegenüber den Einheimischen noch nicht eingebürgert.
In Badian bog ich dann ab Richtung der Berge und hatte doch eine recht lange Strecke noch eine gut ausgebaute Strasse, die ich und vor allem mein Hintern dankend annahm.
Da das Handy mit der Karte im Sack war, verpasste ich die Abzweigung glatt um mehrere Kilometer, musste somit umkehren um wieder auf meine gewünschte Strecke zu kommen. Der zweite Anlauf klappte dann doch noch und ich durfte schon nach wenigen hundert Metern Schotterpiste mein Motorrad hinstellen und mich zu Fuß Richtung des Wasserfalls auf den Weg machen.
Bei brütender Mittagshitze kämpfte ich mich durch das steile Gelände bis ich nach ca. einer Viertelstunde auf die ersten Wasserfälle stiess. Diese konnten mich jedoch noch nicht so recht zum Erstaunen bringen und ich fragte zwei spielende Jungs nach den Wasserfällen. Diese zeigten mir, dass es da noch weitere geben soll und begleiteten mich auf einem dünnen Trampelpfad durchs Dickicht.
Die Wassergeräusche wurden immer leiser, ich immer erschöpfter und der Trampelpfad immer enger, sodass ich mich entschied, es bei den ersten Wasserfällen zu belassen, umkehrte und mir den ganzen Weg zurück zu Motorrad schleppte.
Verschwitzt und ausser Atem brauchte ich eine gehörige Pause, bevor ich mir den Helm überstülpte und mich auf den Weg zurück ins Tal machte.















Unterwegs in Badian noch eine eiskalte Cola Zero von SevenEleven und einem Bier auf dem Markt von Moalboal, stellte ich am späten Nachmittag das Motorrad wieder vor dem Hotel ab. Ich wusch mir Schweiss und Staub ab und legte mich für eine erfrischende Zeit unter die Klimaanlage aufs Bett.

Ein weiterer Test bestätigte mir, dass ein Tauchen morgen nicht mehr unmöglich ist und so meldete ich mich bei der Basis und liess mich für einen Hausriff Tauchgang in der Früh eintragen.

Um nicht gleich wieder eine Erkältung einzufangen, setzte ich meine Siesta ohne Klimaanlage fort, bevor es zum Blog schreiben auf die Terrasse ging.

Freitag, 20. März 2026

19.03.2026 Geduld

Geschlafen hatte ich in den letzten Tagen weiss Gott genug. Die Erkältung respektive die Ohren-Endzündung tat ihres dazu, dass ich trotzdem immer wieder einschlafen konnte.
Ich stand schon vor sechs Uhr auf und gönnte mir zuerst eine Dusche. Da ich die Klimaanlage in der Nacht nicht laufen gelassen hatte, war ich und das Bett klatschnass. Leider fielen alle Tests, den Druckausgleich wieder machen zu können, negativ aus, sodass ich das Tauchen einen weiteren Tag vergessen konnte.
Trotzdem fuhr ich um sieben Uhr zur Tauchbasis, um mich persönlich für den heutigen Tauchtag wieder auszutragen.







Retour im Hotel gönnte ich mir einen Kaffee und legte mich noch einmal aufs Bett, und erwachte erst nach 10 Uhr wieder.
Da meine Geduld mit der Ohren-Endzündung so langsam zu Ende ging, entschied ich mich, meine seit Jahren für Notfälle, in der Reiseapotheke mit geführten Antibiotika Kur zu starten.
Ebenfalls war ich es satt, meine immer noch laufende Nase dauernd mit WC-Papier zu putzen und ging deshalb in eine Apotheke vor Ort. Wie sich herausstellte, verkauften diese lediglich ein paar Drogerieartikel, die in den Regalen zusammen mit Süssigkeiten, Schnaps, Seife und Sekundenkleber zu finden waren. Meine Nastücher fand ich dann nach langer Suche unter den Babywindeln und auf Nachfrage konnten sie mir sogar einen Wicks-Nasenspray geben. Mit diesen Errungenschaften machte ich mich dann wieder auf den Heimweg, jedoch nicht ohne vorher den Strand zu besuchen, wo all die Hunderten täglich ins Wasser zum schnorcheln steigen. Ebenfalls gönnte ich mir noch ein spätes Morgenessen und setzte mich in eine gemütlichen Kaffeebar an die Strasse, genoss einen vorzüglichen Cappuccino und schaute der Völkerwanderung zu, die alle bewaffnet mit Flossen, Masken und Schwimmwesten Richtung Meer oder zurück unterwegs waren.





Zurück im Zimmer musste ich dann feststellen, dass meine frisch erstandenen Taschentücher ungefähr die Dicke und Festigkeit des WC-Papiers aufwiesen. Nimmt man nicht drei Stück auf einmal, liegt das Resultat auf der Hand.
Die Sonne war schon untergegangen, bevor ich mir noch eine Siesta gönnte, ein Bier zu bloggen und eine Dusche, bevor ich mich in das nächtliche Getümmel von Panagsama aufmachte, um etwas Essbares zwischen die Zähne zu kriegen.

Donnerstag, 19. März 2026

18.03.2026 Dreamcatcher

Wie der Hotelname „Dreamcatcher“ versuchte ich, meinen Traum, die Erkältung bei 30 Grad im Schatten auf der Hoteleigenen Terrasse zu fangen und endlich loszuwerden. Leider funktionierte auch am Morgen der Druckausgleich in meinem linken Ohr immer. nch nicht, und so waren ein oder zwei Tauchgänge am heutigen Tag schlicht unmöglich.
Mein Hintern schmerzte ebenfalls noch von meiner Ausfahrt in die Bergen vom Vortag, sodass ich entschloss, mich heute einfach einmal ruhig zu verhalten. Ausser einem morgendlichen Ausflug in die Wäscherei, wo ich 3 Kg Stinkware ablieferte, die ich am Abend gut riechend wieder erhielt, und einem Spaziergang ans Meer, der mit einer Cola in einem Strandrestaurant unterbrochen wurde, verbrachte ich den Tag meistens liegend und lesend in der Hängematte. Die körperlich grösste Anstrengung, die ich heute unternahm, war mit Sicherheit das ständige Eincremen mit einem hohen Sonnenschutzfaktor. 








Da die Bewegung und jegliche sportliche Aktivitäten fehlten, verspürte ich auch erst am Abend einen kleinen Hunger, den ich in einem nahegelegenen Restaurant stillte. Die Kellnerin, die die gleiche Grösse wie ich aufweist, wenn ich sitze und sie steht, kennt mich schon so gut, dass die Cola Zero mit einem Glas voller Eis bereits mit der Speisekarte an meinen Tisch gebracht wurde. Ich verdrückte ein „Crevetten Sisig“. (Crevetten gekocht in einer Sojasauce zusammen mit dem wenigen Gemüse, das auf den hiesigen Märkten angeboten wird und einem Haufen Reis.) Die klebrigen Hände, da die Creveten leider nie geschält an den Tisch kommen, versuchte ich mit den paar WC-Papierbüchlein, die mir zur Verfügung standen, zu reinigen, was mir jedoch nicht gelang. So musste ich meinen üblichen, abendlichen Spaziergang zur Flanierstrasse mit einem Umweg ins Hotel zum Händewaschen antreten.

Mittwoch, 18. März 2026

17.03.2026 Budolt Spring

Wie bereits in der Nacht zuvor weckte mich der Husten einige Male. An Tauchen war nicht zu denken, so meldete ich mich bei der Basis um sieben Uhr in der Früh ab und legte mich noch einmal hin.
So gegen neun gönnte ich mir ein philippinisches Frühstück, das für den ganzen Tag ausreichen sollte.
Ich packte Helm und Motorrad, befestigte mein Handy an der altertümlichen Halterung und machte mich auf den Weg in die Berge. Auf der Karte fand ich eine Quelle, die ich mir ansehen wollte.
Die Strecke führte mich durch Moalboal hindurch und dann in einer steten Steigung den Berg hinauf. Je weiter ich hinaufkam, desto steiler wurde es und desto schlechter wurde auch die Strasse. Nach ca. vierzig Minuten brannte der Hintern wie auch die Armmuskulatur so, dass ich mich an den Strassenrand setzen musste, um mich erst mal zu erholen, bevor ich die letzte Etappe in Angriff nahm. Diese hatte es in sich. Die Beine weit von mir gestreckt, mehr laufend als fahrend, brachte ich es noch ca. einen Kilometer weit, bis gar nicht mehr ging. Ich schloss das Motorrad ab, befestigte den Helm am Lenker und absolvierte die letzte Strecke zu Fuss.
Die Quelle habe ich dann nach ca. einer Viertelstunde auch gefunden. Weit und breit keine Menschen oder, wie es hier auch so üblich ist, irgend ein Krämerladen, wo man sich etwas zu Trinken hätte kaufen können. So verbrachte ich meine Zeit an der Quelle alleine respektive zusammen mit einer Maria-Statue, erkundete noch ein bisschen die Umgebung und wanderte dann gemächlich wieder zurück zu meinem Motorrad.















Da ich bereits auf der Hinfahrt für die letzte Strecke mein Handy im Sack verstaute, da ich der Halterung diese Schütteln nicht zutraute, blieb es auch auf der Rückfahrt in meinem Hosensack. Das Ergebnis kam postwendend und ich verfuhr mich komplett. In einer Region, wo ich wieder eine einigermassen, für philippinische Verhältnisse normale Strasse unter den Rädern hatte, orientierte ich mich neu und fuhr dann in einem weiten Bogen über Ronda und Allegra, wo ich mir noch einen kalten Kaffee, sprich Wasser mit Kaffeegeschmack und Eiswürfeln gönnte, zurück nach Moalboal.
Die Sonne war bereits am untergehen und dieses Spektakel wollte ich von der Hafenmauer mit einer Mangoshake in der Hand miterleben.





Da es hier nach Sonnenuntergang sehr schnell dunkel wird, fuhr ich die letzten Kilometer zu meinem Hotel in der Dunkelheit zurück.
Verschwitzt, müde und schmutzig erreichte ich das Hotel, wo ich mir als erste eine Dusche gönnte, bevor ich mit dem Blog schreiben anfing.