Samstag, 21. März 2026

20.03.2026 Basak Falls

Die Therapie zeigte bereits am Morgen ihre ersten Resultate. Seit langem wieder eine Nacht ohne das ständige Aufsitzen zum Husten und schnäuzten erwachte ich um acht Uhr in der Früh.
Früh genug, um noch das Licht einzuschalten, das dann auch gleich wieder infolge eines Stromausfalls weg war. Somit machte ich „Tagwach“ mit den Vorhängen und wartete darauf, dass der Strom wie hier üblich nach ein paar Sekunden wieder kam. Dem war nicht so. Meine Recherche ergab, dass das ganze Quartier stromlos ist und das dies angeblich bis Mittag so bleiben wird.

An ein Kaffee war somit auch nicht zu denken. So lud ich meinen Koffeinspeicher mit einer Cola Zero auf und machte mich daran, auf der Karte einen weiteren Ausflug ins Landesinnere zu finden.
Die Basak Falls, einen Wasserfall, den ich weder schon einmal besucht noch gesehen habe, wurde auserkoren und ich machte mich fertig für einen weiteren Tag auf dem Motorrad.
Bei meiner ersten Station, dem Tanken, stellte ich dann unmissverständlich fest, dass die Auswirkungen des Irankrieges nun auch auf den Philippinen angekommen waren. Habe ich noch vor einem Monat für einen Liter Benzin 59 Cent bezahlt, waren es nun schon 91 Cent.
Die Weiterfahrt nach Badian, die ich im Fluss der vielen Motorräder und mit einer Geschwindigkeit, die 30 kmh nie überschritt, gestaltete sich schon fast als Routine, lediglich das Hupen für alles und nichts hat sich bei mir gegenüber den Einheimischen noch nicht eingebürgert.
In Badian bog ich dann ab Richtung der Berge und hatte doch eine recht lange Strecke noch eine gut ausgebaute Strasse, die ich und vor allem mein Hintern dankend annahm.
Da das Handy mit der Karte im Sack war, verpasste ich die Abzweigung glatt um mehrere Kilometer, musste somit umkehren um wieder auf meine gewünschte Strecke zu kommen. Der zweite Anlauf klappte dann doch noch und ich durfte schon nach wenigen hundert Metern Schotterpiste mein Motorrad hinstellen und mich zu Fuß Richtung des Wasserfalls auf den Weg machen.
Bei brütender Mittagshitze kämpfte ich mich durch das steile Gelände bis ich nach ca. einer Viertelstunde auf die ersten Wasserfälle stiess. Diese konnten mich jedoch noch nicht so recht zum Erstaunen bringen und ich fragte zwei spielende Jungs nach den Wasserfällen. Diese zeigten mir, dass es da noch weitere geben soll und begleiteten mich auf einem dünnen Trampelpfad durchs Dickicht.
Die Wassergeräusche wurden immer leiser, ich immer erschöpfter und der Trampelpfad immer enger, sodass ich mich entschied, es bei den ersten Wasserfällen zu belassen, umkehrte und mir den ganzen Weg zurück zu Motorrad schleppte.
Verschwitzt und ausser Atem brauchte ich eine gehörige Pause, bevor ich mir den Helm überstülpte und mich auf den Weg zurück ins Tal machte.















Unterwegs in Badian noch eine eiskalte Cola Zero von SevenEleven und einem Bier auf dem Markt von Moalboal, stellte ich am späten Nachmittag das Motorrad wieder vor dem Hotel ab. Ich wusch mir Schweiss und Staub ab und legte mich für eine erfrischende Zeit unter die Klimaanlage aufs Bett.

Ein weiterer Test bestätigte mir, dass ein Tauchen morgen nicht mehr unmöglich ist und so meldete ich mich bei der Basis und liess mich für einen Hausriff Tauchgang in der Früh eintragen.

Um nicht gleich wieder eine Erkältung einzufangen, setzte ich meine Siesta ohne Klimaanlage fort, bevor es zum Blog schreiben auf die Terrasse ging.

Freitag, 20. März 2026

19.03.2026 Geduld

Geschlafen hatte ich in den letzten Tagen weiss Gott genug. Die Erkältung respektive die Ohren-Endzündung tat ihres dazu, dass ich trotzdem immer wieder einschlafen konnte.
Ich stand schon vor sechs Uhr auf und gönnte mir zuerst eine Dusche. Da ich die Klimaanlage in der Nacht nicht laufen gelassen hatte, war ich und das Bett klatschnass. Leider fielen alle Tests, den Druckausgleich wieder machen zu können, negativ aus, sodass ich das Tauchen einen weiteren Tag vergessen konnte.
Trotzdem fuhr ich um sieben Uhr zur Tauchbasis, um mich persönlich für den heutigen Tauchtag wieder auszutragen.







Retour im Hotel gönnte ich mir einen Kaffee und legte mich noch einmal aufs Bett, und erwachte erst nach 10 Uhr wieder.
Da meine Geduld mit der Ohren-Endzündung so langsam zu Ende ging, entschied ich mich, meine seit Jahren für Notfälle, in der Reiseapotheke mit geführten Antibiotika Kur zu starten.
Ebenfalls war ich es satt, meine immer noch laufende Nase dauernd mit WC-Papier zu putzen und ging deshalb in eine Apotheke vor Ort. Wie sich herausstellte, verkauften diese lediglich ein paar Drogerieartikel, die in den Regalen zusammen mit Süssigkeiten, Schnaps, Seife und Sekundenkleber zu finden waren. Meine Nastücher fand ich dann nach langer Suche unter den Babywindeln und auf Nachfrage konnten sie mir sogar einen Wicks-Nasenspray geben. Mit diesen Errungenschaften machte ich mich dann wieder auf den Heimweg, jedoch nicht ohne vorher den Strand zu besuchen, wo all die Hunderten täglich ins Wasser zum schnorcheln steigen. Ebenfalls gönnte ich mir noch ein spätes Morgenessen und setzte mich in eine gemütlichen Kaffeebar an die Strasse, genoss einen vorzüglichen Cappuccino und schaute der Völkerwanderung zu, die alle bewaffnet mit Flossen, Masken und Schwimmwesten Richtung Meer oder zurück unterwegs waren.





Zurück im Zimmer musste ich dann feststellen, dass meine frisch erstandenen Taschentücher ungefähr die Dicke und Festigkeit des WC-Papiers aufwiesen. Nimmt man nicht drei Stück auf einmal, liegt das Resultat auf der Hand.
Die Sonne war schon untergegangen, bevor ich mir noch eine Siesta gönnte, ein Bier zu bloggen und eine Dusche, bevor ich mich in das nächtliche Getümmel von Panagsama aufmachte, um etwas Essbares zwischen die Zähne zu kriegen.

Donnerstag, 19. März 2026

18.03.2026 Dreamcatcher

Wie der Hotelname „Dreamcatcher“ versuchte ich, meinen Traum, die Erkältung bei 30 Grad im Schatten auf der Hoteleigenen Terrasse zu fangen und endlich loszuwerden. Leider funktionierte auch am Morgen der Druckausgleich in meinem linken Ohr immer. nch nicht, und so waren ein oder zwei Tauchgänge am heutigen Tag schlicht unmöglich.
Mein Hintern schmerzte ebenfalls noch von meiner Ausfahrt in die Bergen vom Vortag, sodass ich entschloss, mich heute einfach einmal ruhig zu verhalten. Ausser einem morgendlichen Ausflug in die Wäscherei, wo ich 3 Kg Stinkware ablieferte, die ich am Abend gut riechend wieder erhielt, und einem Spaziergang ans Meer, der mit einer Cola in einem Strandrestaurant unterbrochen wurde, verbrachte ich den Tag meistens liegend und lesend in der Hängematte. Die körperlich grösste Anstrengung, die ich heute unternahm, war mit Sicherheit das ständige Eincremen mit einem hohen Sonnenschutzfaktor. 








Da die Bewegung und jegliche sportliche Aktivitäten fehlten, verspürte ich auch erst am Abend einen kleinen Hunger, den ich in einem nahegelegenen Restaurant stillte. Die Kellnerin, die die gleiche Grösse wie ich aufweist, wenn ich sitze und sie steht, kennt mich schon so gut, dass die Cola Zero mit einem Glas voller Eis bereits mit der Speisekarte an meinen Tisch gebracht wurde. Ich verdrückte ein „Crevetten Sisig“. (Crevetten gekocht in einer Sojasauce zusammen mit dem wenigen Gemüse, das auf den hiesigen Märkten angeboten wird und einem Haufen Reis.) Die klebrigen Hände, da die Creveten leider nie geschält an den Tisch kommen, versuchte ich mit den paar WC-Papierbüchlein, die mir zur Verfügung standen, zu reinigen, was mir jedoch nicht gelang. So musste ich meinen üblichen, abendlichen Spaziergang zur Flanierstrasse mit einem Umweg ins Hotel zum Händewaschen antreten.

Mittwoch, 18. März 2026

17.03.2026 Budolt Spring

Wie bereits in der Nacht zuvor weckte mich der Husten einige Male. An Tauchen war nicht zu denken, so meldete ich mich bei der Basis um sieben Uhr in der Früh ab und legte mich noch einmal hin.
So gegen neun gönnte ich mir ein philippinisches Frühstück, das für den ganzen Tag ausreichen sollte.
Ich packte Helm und Motorrad, befestigte mein Handy an der altertümlichen Halterung und machte mich auf den Weg in die Berge. Auf der Karte fand ich eine Quelle, die ich mir ansehen wollte.
Die Strecke führte mich durch Moalboal hindurch und dann in einer steten Steigung den Berg hinauf. Je weiter ich hinaufkam, desto steiler wurde es und desto schlechter wurde auch die Strasse. Nach ca. vierzig Minuten brannte der Hintern wie auch die Armmuskulatur so, dass ich mich an den Strassenrand setzen musste, um mich erst mal zu erholen, bevor ich die letzte Etappe in Angriff nahm. Diese hatte es in sich. Die Beine weit von mir gestreckt, mehr laufend als fahrend, brachte ich es noch ca. einen Kilometer weit, bis gar nicht mehr ging. Ich schloss das Motorrad ab, befestigte den Helm am Lenker und absolvierte die letzte Strecke zu Fuss.
Die Quelle habe ich dann nach ca. einer Viertelstunde auch gefunden. Weit und breit keine Menschen oder, wie es hier auch so üblich ist, irgend ein Krämerladen, wo man sich etwas zu Trinken hätte kaufen können. So verbrachte ich meine Zeit an der Quelle alleine respektive zusammen mit einer Maria-Statue, erkundete noch ein bisschen die Umgebung und wanderte dann gemächlich wieder zurück zu meinem Motorrad.















Da ich bereits auf der Hinfahrt für die letzte Strecke mein Handy im Sack verstaute, da ich der Halterung diese Schütteln nicht zutraute, blieb es auch auf der Rückfahrt in meinem Hosensack. Das Ergebnis kam postwendend und ich verfuhr mich komplett. In einer Region, wo ich wieder eine einigermassen, für philippinische Verhältnisse normale Strasse unter den Rädern hatte, orientierte ich mich neu und fuhr dann in einem weiten Bogen über Ronda und Allegra, wo ich mir noch einen kalten Kaffee, sprich Wasser mit Kaffeegeschmack und Eiswürfeln gönnte, zurück nach Moalboal.
Die Sonne war bereits am untergehen und dieses Spektakel wollte ich von der Hafenmauer mit einer Mangoshake in der Hand miterleben.





Da es hier nach Sonnenuntergang sehr schnell dunkel wird, fuhr ich die letzten Kilometer zu meinem Hotel in der Dunkelheit zurück.
Verschwitzt, müde und schmutzig erreichte ich das Hotel, wo ich mir als erste eine Dusche gönnte, bevor ich mit dem Blog schreiben anfing.

Dienstag, 17. März 2026

16.03.2026 Kassai Reef

Der Himmel war blau, der Wind hatte sich beruhigt und das Meer war wieder so richtig ruhig. Mit lediglich drei Tauchern und zwei Guides (es war ja auch Montagmorgen) fuhren wir gemütlich Richtung Kassai Reef.
Ich hatte wieder die Ehre, einen Guide für mich alleine zu haben, was heute auch mein Glück war.
Bereits in der Nacht weckte mich ein Husten und eine verstopfte Nase einige Male. Die Papier-Nastücher sind schon lange aufgebraucht und ich musste mir meine Nase wie die einheimischen aus der bekannten Rolle mit den einzeln perforierten Blättern meine Nastücher in geeigneter Grösse zurecht falten.
Einmal auf einer Tiefe von 5 Metern angekommen, ging nichts mehr. Trotz aller Verrenkungen mit Hals, Mund und Zunge, wie auch einer Salzwasserspülung (Maske weg, Wasser durch die Nase einziehen und durch den Mund ausspucken), konnte ich keinen Druckausgleich im linken Ohr mehr machen.
Meinem Guide, der geduldig auf mich wartete und meine Bemühungen interessiert verfolgte, gab ich dann zu verstehen, dass wir den Tauchgang in dieser Tiefe zu absolvieren haben. So tauchten wir die ganze Stunde in der 5-Meter-Tiefe an der Riffkante entlang und konnten trotz allem noch etliches Sehen und Geniessen.






Für mich war somit der Tauchtag nach diesem Tauchgang auch schon wieder beendet.
Ich fuhr nach Hause, behandelte meine Ohren mit den altbekannten Tauchertropfen und spülte sie dann infolge fehlendem Wasser in der Dusche mit Mineralwasser aus.
Ich organisierte ein weiteres Mal an der Rezeption, dass auf einen neuen Tank umgestellt wurde und die Wasserpumpe wieder in Betrieb genommen wurde, sodass auch ich noch richtig duschen und meine Ohren ausspülen konnte.
Mit einer speziellen Salbe vollgestrichenen Ohren machte ich mich dann auf den Weg zu einem Lunch, den ich in einem einfachen philippinischen Restaurant zu mir nahm. Ich bestellte „Chicken Sisig“ und erwartete Hühnerfleisch. Doch es kam Hühnerleber mit viel Ingwer und wenig Reis.
In der Hoffnung, dass der Ingwer meine Erkältung schneller wegputzt ass ich trotzdem die ganze Platte und bestellte mir danach noch einen Mango Shake, um meinen Geruch im Mund doch noch ein bisschen aufzufrischen.

Den Nachmittag verbrachte ich in erster Linie hustend und schniefend auf der Terrasse, probierte es noch mit einem „Gesundheitsschlaf“, bevor ich mir noch eine weitere Schicht Salbe in die Gehörgänge strich und mich auf ein Nachessen an der Flanierstrasse aufmachte.

Wie der Tag begonnen hat, beendete ich den Tag immer noch hustend und schniefend.