Um neun Uhr habe ich es dann aufgegeben und liess mich mit einem Buch und einem Instantkaffee auf der Terrasse nieder. Gegen Mittag, als das Wetter sich zu beruhigen schien und die Sonne teilweise auch schon zu sehen war, entschied ich mich für eine Spritztour mit dem Motorrad in die Bergen die gleich hinter Moalboal anfingen.
Regenjacke unter dem Sitz verstaut, Helm aufgesetzt und schon ging es los. Der erste Halt machte ich bei einer Tankstelle nach Moalboal Town. Dort merkte ich dann auch, dass von den Bergen leider nichts zu sehen war, da diese mit den Wolken noch komplett verhangen waren. Mit Google Maps suchte ich nach einem neuen Ziel und entschloss mich, Richtung Badian Beach zu fahren. Da die Fahrt das Ziel war, konnte ich gemütlich bei kleiner Geschwindigkeit immer dort anhalten, wo ich meinte, was gesehen zu haben. So brauchte ich für eine Strecke von 25 Km über zwei Stunden, genoss dazwischen an einer Strassenküche eine Fischsuppe mit einem Stück Gelbschwanz-Tunfisch und dem obligaten, absolut salzfreien Reis.
Die Strecke führte mich weit ab jeglichen Tourismus, dem Sumpfgebiet von Badian entlang zum Hauptmarkt und weiter an landwirtschaftlichen Gebieten vorbei an den Strand von Badian. Ich habe weder Wasser noch Sand gesehen, musste aber bereits eine Umweltgebühr von 45 Peso bezahlen, damit ich weiterfahren durfte. Der nächste Posten war dann auch der leere Parkplatz, jedoch mit einem Wärterhäuschen, wo ich meine nächsten 50 Peso los wurde. Der Rest durfte ich dann zu Fuß, durch die sehr stark heruntergekommenen Strandhütten, weitergehen. Ein wunderschöner Sandstrand lag nun vor mir, der neben einer einheimischen Familie leer war. Auch in den beiden Strandbars, wenn man diese Holzverschläge so nennen darf, gab es lediglich einen westlichen Gast und zwei gelangweilte Frauen, die neben ihren Kühlschränken auf Kundschaft warteten. Es stellte sich mir schon die Frage, ob bei einem Durchschnittsverdienst von ca. 500 Peso pro Tag eine Gebühr von 95 Peso nicht zu übertreiben ist. Ebenfalls befindet sich der Strand weit ab von den Touristenströmen dieser Region.
Jedenfalls, ich streckte meine Füße in den heissen Sand und genoss die Aussicht und das kalte Bier, bevor ich mich wieder auf meinen Sattel schwang. Der bereits höllisch schmerzende Hintern machte sich gleich wieder bemerkbar und ich versuchte auf diesem Gefährt, das von der Ergonomie nur für kleine Menschen gebaut wurde, eine möglichst entlastende Stellung einzunehmen. Am besten ging es, wenn ich mich nach hinten auf den Sozius-Sitz setzte. Dann konnte sogar ich meine Beine so hinstellen, dass sie nicht immer weit über die Motorradbreite hinausragten.
Der Rückweg ging dann auch flotter vonstatten und ich fuhr ohne Unterbruch bis Moalboal Town, wo ich mir einen Mangoshake am Hafen gönnte. Ich schlenderte auch noch durch diesen Markt, fand einen Barbier und entschloss mich kurzerhand für einen neuen Haarschnitt. Ich fand direkt einen freien Stuhl und einen Barbier, der sich an meine doch so aufwendige Frisur wagte. Frisch herausgeputzt, alles wieder auf 3 mm gestutzt mit einer wohltuenden Kopf- und Gesichtsmassage verliess ich diesen Salon 3 Schweizer Franken ärmer.
Die holprige Straße Richtung meines Hotels gab dann meinem Hintern noch den Rest, dass ich froh war, endlich im Hotel angekommen zu sein.






















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