Freitag, 4. Februar 2011

03.02.11 Mein letzter Tauchtag

Da ich mein letztes Buch fertig habe und das neue noch nicht diese Spannung ausweist konnte ich ruhig bis halb Neun Uhr schlafen und mich dann auf meinen letzten Tauchgang vorbereiten. Ich war erfreut, dass die Basis mir meinen Wunsch, den Canyon noch einmal mit Strömung zu betauchen Folge leistete und so gings, in der Hoffnung auf Strömung, ab ins Wasser. Bereits beim abtauchen und des ersten Blicks auf das Riff zeigte, dass ich die Strömung doch noch finden werde. Mit einer rasanten Geschwindigkeit flogen wir über das Riff, was das fotografieren erschwerte, es jedoch das filmen zuließ. Ohne auch nur einen Flossenschlag zu machen, haben wir innerhalb von 5 Minuten die Strecke überwunden, die wir beim letzten Mal für den ganzen Tauchgang gebraucht haben. Im “Strömungsschatten eines zur Strömung Quer verlaufenden Kanals sammelten wir uns wieder. Anhand der “Zappeleien” einiger Taucher wurde mir klar, das dies ein kurzer Tauchgang werden wird. Da Diese keine Ahnung hatten, wie man sich in der Strömung verhält, war ich mir sicher, dass die Hälfte ihrer Luftreserven schon aufgebraucht sind. Das ausnutzen eines Strömungsschattens konnten wir noch zwei Mal ausnutzen und da war auch das Riff am Ende und es trieb uns ins offene Meer. Einmal im Blauwasser spürten wir nichts mehr von der Strömung. Nach dem obligaten 3 Minütigem Sicherheitshalt auf 5 Meter Tiefe, hatte es uns schon weit über 500 Meter vom Riff fortgetrieben und wir mussten uns optisch und akustisch bemerkbar machen, dass uns der Bootsführer noch fand. 






Der zweite und somit mein letzter Tauchgang in diesen Ferien sollte noch ein ruhigern  Fun Tauchgang sein und an der Westküsten von Puerto Galera stattfinden. 
Auf mein nachfragen der Tauchrichtung zeigte mrt der Guide in Richtung 300° , die er unter Wasser dann um 180° verfehlte. Nach einer viertel Stunde und immer größer werdenden Geröllhalde beschloss er aufzutauchen um sich zu orientieren. Mit dem Ergebnis, dass wir alle auftauchten und uns wieder auf das Boot begaben um den Platz neu anzulaufen, so dass wir nun die Strömung in Rücken hatten und wir ein wunderschönes Riff geniessen konnten.











Zum Abschluss kam es dann leider doch noch zu einem Unfall, der nur dank grossem Glück glimpflich ausging. Während des austauchens, mit  einer fast zwei Meter Hohen Strömungsboje wurden wir von einem Schnellboot überfahren. Der Guide und ein anderer Taucher hat es zum Glück vom Bug des Bootes weg geschleudert und kamen unverletzt mit leichten Prellungen und Schnittwunden davon. Ich war noch etwa 2 Meter unter der Oberfläche und konnte nach unten ausweichen, wie alle anderen auch. Ein Einstündiges Verhör auf dem Polizeiposten von Puerto Galera, im Nassanzug, war dann die Folge davon. Glücklich über den Verlauf dieses Unfalles konnten wir dann die Rückreise nach Sabang antreten. Der weitere Verlauf dieses Vorfalles schien jedoch für alle Beteiligten, auch für die Einheimischen, die die Landesprache “Tagalong” verstehen, im dunkeln zu liegen. 
Wieder in meinem Bungalow angekommen gings ans sauber machen meiner Ausrüstung und vor allem an das trocknen. 
Ebenfalls musste ich noch meine Rückreise zurück nach Manila planen.
Bei meinen Buchungen aus der Schweiz habe ich nicht bedacht, dass ich von der Insel Mindoro wieder auf eine “Geissart” nach Manila kommen muss.
So habe ich nun ein Boot gefunden, dass mich am Samstag Morgen um 05.30 Uhr nach Batangas bringt. Von dort werde ich versuchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln Manila bis zum Mittag zu erreichen. Laut Auskunft der Reception sollte dies kein Problem sein. Nun leider spreche ich die einheimische Sprache nicht und wenn man sich vom Touristenkaff entfernt, ist Englisch vielfach ein Fremdwort. 
Nach dem Nachschreiben meines Logbuches der letzten 24 Tauchgänge und den ersten Packungsübungen, ging es ab in die Bar. Ich musste feststellen, dass diese, um die Voressenszeit am besten des ganzen Abends besucht ist.
Nach meinen zwei Flaschen Bier holte ich dann doch noch die angewöhnte Siesta nach, so dass ich viel zu spät zu meiner Köchin am Strand kam. Diese wartete bereits mit einem, von mir gewünschten Menue (Hühnchen in Kokosmilch mit Knoblauch und Zwiebeln) auf mich. 
Da ich ja am Freitag nicht mehr tauchte genehmigte ich mir in mehreren Bar’s von Sabang noch etwas zum verdauen, was das einschlafen erst nach Mitternacht erheblich verkürzte.

Mittwoch, 2. Februar 2011

02.02.11 Kilima Wall / Monkey Beach

Mein Buch nähert sich dem Entpunkt und schon wieder habe ich die Tauchzeit fast verpasst. Noch während des Breafing zog ich mit fertig an und die ganze Crew konnte so ohne rechtzeitig starten. 
Mit dem Boot ging es an die nördlichste Spitze der Insel. Kaum hatten wir diese erreicht, Bzw überschritten mussten wir mit einem Massive Wellengang kämpfen die nicht nur den Kapitän forderte sondern auch uns. Schon nur für das Flossen anziehen brauchte mann die Hilfe des Nachbarn um nicht aus dem Boot zu fallen. Nach dem obligaten rückwärts aus dem Boot rollen probierte ich soglich unter Wasser zu bleiben um nicht von den bedrohlich schwankenden Ausleger getroffen zu werden. Mich wunderte, dass es während meiner letzten 20 Tauchgänge nie einen Unfall gegeben hatte. Auch dieses Mal ging alles glimpflich aus und wir konnten in die trübe Sauce abtauchen. Es stellte sich dann nach ca 5 Meter heraus, dass die schlechte Sicht lediglich ein Deckel des Brandungwasser war und unter diesem Deckel, wo die Sichtweite keinen Meter betrug, wunderbare Sichtverhältnisse herrschten. 
Die Brandung war jedoch auf einer Tiefe von über 20 Metern immer  noch leicht spürbar und mit dem auftauchen in seichteres Gewässer gondelten wir mit der Brandung immer 5 Meter hin und her. Ein schönes Erlebnis jedoch schlecht zum fotografieren, da einem die Sujets immer wieder entschwanden.









Nach dem Durchtauchen des “Deckels”, wieder an der Oberfläche, waren die Wellen so stark angestiegen, dass wir nur auf dem Wellenberg das Boot knapp sahen. Dem Kapitän ging es wahrscheinlich genau so, den wir mussten fast eine halbe Stunde auf das Boot warten.


Kaum zurück vertiefte ich mich wieder in mein Buch, dass ich alles andere um mich herum vergass. Natürlich im spannendsten Moment musste ich es zur Seite legen um mich für den zweiten Tauchgang bereit zu machen. Mit einem Blick auf die verbleibenden Seitenzahlen wurde mir auch bewusst, dass das obligate Nachmittagsnickerchen ausfallen würde. 
Da der Tauchplatz  "Monkey Beach" mir bereits bekannt war entschied ich mich dieses Mal neben bem Fotografieren den Videomodus meiner Kamera zu nutzen und hatte Glück, bereits in der ersten halben Stunde nach der Besichtigung der versunkenen Segelyacht eine Schildkröte vor die Linse zu kriegen. Leider hatten dieses Glück auf 4 weitere Taucher meiner Gruppe, so dass ich diesse immer wieder mit bösen Gesten von einem zu nahe kommen abhalten musste, was auch die Schildkröte merkte und sich nicht mehr gelassen dem fressen widmete.















Nach dem Tauchgang verschob ich alles weitere auf später und widmete mich meinem Buch bis zum bitteren Ende. 
So blieb für mich nur noch das Abwaschen meiner Salzkruste auf meinem ganzen Körper vor einem Nachtessen bei meiner Strandköchin.  Diese empfing mich mit einem grossen lachen und stellte mir voller Stolz ihre Engkelin vor. Ein Mädchen von 3 Jahren, dass man am liebsten mit nach Hause genommen hätte. Ich gratulierte ihr und stellte anerkennend fest, dass Sie eine sehr junge Grossmutter sei, worauf sie mir zu bedenken gab, dass Sie auch schon 49 Jahre alt sei und Jahrgang 1961 habe. Der saß, und schon bald legte sich der “Grossvaterähnliche” Mann ins Bett.

Dienstag, 1. Februar 2011

01.02.11 Mindoro auf den Landweg

Mit zwei starken Kaffees und dem Internet probierte ich mir die Strassen von Mindoro einzuprägen und stellte fest, dass es gar keine Verbindung der Nord- mit der Südküste gibt. So entschied ich mich, mit einem gemieteten Mofa einfach loszufahren und bei dem für mich Sehenswürdigkeiten zu halten.
Das Mofa habe ich so schnell gemietet wie ich mich auch verfahren habe. Es gibt genau zwei Strassen die aus Sabang rausführen und ich hatte die 50%ige Chanse schon verspielt. Nach einer halben Stunde über Schotterpiste hörte die Strasse (wenn man den so sagen darf) auf und ich musste den ganzen Weg wieder zurückfinden. Meine Arme schmerzten mir bereits jetzt, der Helm war viel zu klein und einen Grösseren war nicht aufzutreiben. Wieder in Sabang angelangt, musste ich mir einen eine Kick geben, es noch einmal zu probieren. Die Strasse an der zweiten Ausfahrt von Sabang war nicht unwesentlich besser und ich schaute mich schon bald nach einem ersten Rastplatz um. 









Nach Erholung der Arme und auslüften des Helmes  biss ich die 6 Km bis auf eine normale Strasse durch. Der Weg führte mich durch eine wundervolle Landschaft mit vielen kleinen Dörfer die bei uns maximal als ein aneinanderreihen von Scheunen herhalten würden. Doch überall pulsierte das leben und jedes zweite Haus an der Strasse war dann auch irgend ein Verkaufsstand. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich beschlossen an irgend einem solchen Stand mein Mittagessen einzunehmen.






Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 bis 40 Std Km bewegte ich mich Richtung With Beach. Ich war jedoch bereits überzeugt, dass auch dieser für mich als blöden Touri ohne örtlich Begleitung nicht zu finden war. Doch plötzlich, mein Hintern hatte schon die Eigenschaften eines Pavian Affen, fuhr ich unter einem Schild “Welcome to White Beach” durch. Meine Vorstellung eines so bekannten Platzes waren wahrscheinlich ein bisschen hoch gegriffen, den kaum schaute ich mich um war ich schon an diesem Strand vorbeigefahren und konnte diesen aus einem überhöhten Punkt in seiner ganzen Schönheit betrachten. Ich stellte das Bike ab und kletterte über eine halsbrecherische Treppe runter zu dem ominösen Strand. Fast menschenleer bietete dieser einen super Anblick. 








Gleich am Ende des Strandes hatte sich ein Italiener niedergelassen, der seine Pizzen zu einem, für örtliche Verhältnisse, viel zu teurem Preis anbot. Ich Entschied mich dann lediglich für ein Bier und ein Wasser dass ich als Wegzehrung mitnehmen wollte, zu der es nicht kam, da ich es auch gleich ausgetrunken habe. Weiter der Küste entlang, in der Hoffnung auf die nächst grössere Ortschaft zu treffen fuhr ich weiter bis die Strasse einfach aufhörte zu existieren. Ich probierte es noch 500 Meter, musste jedoch eingestehen, dass dies mit dem Vehikel, was ich unter meinem Hintern hatte ein Ding der Unmöglichkeit war. Mir blieb nichts anderes übrig als wieder umzukehren und via White Beach es in die andere Richtung zu versuchen.  




Wieder zurück in Puerto Galera entschied ich mich für die andere Richtung und vor allem etwas zwischen die Zähne zu kriegen.
So hielt ich nach den “lichter werden” der Taxi- und Verkaufsstände bei dem ersten Stand der eine Pfanne von der Strasse her sichtbar deponierte. Auf  meine Zeichensprache für Food kam mir ein breites Lächeln entgegen, so dass ich mich entschied, trotz allen Ungkenrufen so wegen Sauberkeit zum trotz, mich in dieser Gaststube niederzulassen. Meine, von meiner Strandköchin notierten philippinischen Menues waren mir jetzt Gold wert. So konnte ich mit ein “Adobo” bestellen, was nichts anderes ist als in einer fettigen Sauce, Schweinefleisch Stücke zusammen gebraten mit Gemüse und “Reisbetong” Das Schweinefleisch stellte sich heraus dass es eigentlich Schweinefett heissen sollte, da der Fleischanteil keine 10% ausmachte. Wenn man jedoch Hunger hat isst man bekanntlich alles und ich liess es mir schmecken und bestellte obendrein noch ein Kaffee, was die eigentliche Herausforderung für das Küchenmädchen war.  Auf meinen Gesamtkosten von Fr 1.5 gab ich dann obendrein ein Trinkgeld von fast einem Franken, was die ganze Küchenmannschaft veranlasste mich sogleich zum Nachessen einzuladen, dass ich aber bedauerlicherweise  ablehnen musste. 










Da ich, im nicht leichten Gespräch mit der ganzen Familie, erfahren habe, dass ich mich nicht mehr weit von den “weltberühmten” Wasserfällen von Mindoro befand entschloss ich mich spontan, diese zu besuchen. Nach einer mörderischen Strecke über eine Baustelle von ca 2 Km Länge, durch Schlamm uns Morast habe ich die Wasserfälle dann doch noch gefunden. Die Beeindruckung lag dann weniger in der Grösser der Wasserfälle als mehr in der Kombination der Wasserfällen mit der tropischen Urwald ähnlichen Landschaft. 




Die Souvenierstände habe ich dann ausgelassen und wollte noch die Stadt Puerto Galera besuchen. Das schlendern durch die Marktstände und die Aufnahme der verschiedenen Bilder und Gerüche ist für mich immer wieder ein Highlight.  












Einen Blick an den Himmel versprach jedoch Ungutes. Mein Ziel war es, trocken und noch bei Tageslicht mein Bike wieder abzugeben, was ich nach den letzten 6 Kilometerlangen Tortur der Schlaglöcher noch kapp schaffte. Nach zwei ausgiebigen Bieren habe ich mich dann auch entschlossen, mein Schlüssel zu fassen und mich von meinem Staub zu befreien. Meinem Hintern zu liebe entschied ich mich für einmal nicht auf der harten Bank meiner Strandköchin, sondern im Resort eigenen Restaurant zu speisen. Mit einem Kopf voller Erlebnisse und Eindrücke gings dann schon früh ins Bett um für den Schlussspurt der letzten drei Tagen meiner Tauchferien Fit zu sein.